Butterkuchen à la Helga (Bienenstich)

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Das Rezept stammt von einer lieben Freundin, die es leider schon sehr früh ins Bayerische verschlagen hat. Wir denken aber gerne an die alten Zeiten zurück, besonders beim Kuchenbacken. Wer den Butterkuchen einmal genossen hat, backt in immer wieder.

 

Zutaten für ein Backblech (ca. 42 x 35 cm)

Rührteig

1 Becher süsse Sahne (200g)
200g Zucker
200g Mehl
3 Eier
1 TL Backpulver

Belag

100g Butter
200g Zucker
3 EL Milch
200g-300g Mandelblätter, gehackt

 

Zubereitung

Den Rührteig mit einem Handrührer herstellen und auf ein mit gebutterten Backpapier ausgelegtes Blech gleichmäßig verteilen. Bei 200 Grad (Ober/Unterhitze) oder 180 Grad (Heißluft) in den kalten Ofen geben und ca. 10 Minuten goldgelb backen. Anschließend den Kuchen auskühlen lassen.

Milch, Zucker und Butter in einem Topf aufkochen, Mandeln hineingeben und umrühren.

Den Belag auf den ausgekühlten Kuchen gleichmäßig verteilen und 20 Minuten bei den gleichen Temperaturen (siehe oben) weiterbacken bis die gewünschte Bräune erreicht ist. Kuchen auskühlen lassen und portionieren. Eignet sich sehr gut zum Einfrieren.

 

 

 

 

 

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Auberginen-Zuccini-Paprika Tarte-Tatin

Aubergine-Tarte

Eine ausgesprochen leckeres und leicht herzustellendes vegetarisches Gericht. Das ursprüngliche Rezept, das nur Auberginen verwendet, stammt von Tim Mälzer (Auberginen-Tarte-Tatin). Ich behaupte dass meine Abwandlung mit verschiedenen Gemüsearten und deren unterschiedliche Konsistenz und Farben das Ganze noch interessanter macht. Mit einem Glas Rosé oder Weisswein lauwarm genießen. Auch als leichte Vorspeise geignet. Die Backtechnik für eine Tarte Tatin ist sehr einfach. Die Tarte wird „kopfüber“ gebacken, d.h. die Form oder das Blech wird mit Backpapier ausgelegt mit den vorgegarten Gemüsestücken ausgelegt und mit einer entsprechend großen Scheibe Blätterteig belegt. Nach dem Backen wird die Tarte gestürzt und das Backpapier entfernt
Passt perfekt als Gemüsebeilage zu gegrilltem Fleisch oder saftigen Lammkoteletts.

 

Zutaten für 4 Personen

1 verstellbares Kuchenblech, rechteckig, Größe entprechend einer ausgebreiteten Blätterteigrolle einstellen.
1 Aubergine
1 Zuccini
2-3 Tomaten
einige schwarze Oliven, entsteint
Olivenöl
Thymian, Rosmarin, Basilikum (frisch)
Knoblauchzehen nach Geschmack
5 EL Balsamico Essig, weiß
Pfeffer
Salz
Chillipulver oder -Öl
1 Rolle Blätterteig (ca.275  g)
Backpapier, etwas größer als das Kuchenblech
Ziegenfrischkäse oder geriebener Parmesan

 

Zubereitung

Auberginen putzen, streifig schälen und in 2-3 cm dicke Scheiben schneiden. Auf Küchenpapier legen und leicht salzen, nach 10 Min. wenden und auf der zweiten Seite salzen. 10 Min. ziehen lassen.

Auberginen trocken tupfen und in einer nicht zu heißen Pfanne mit 3 El Öl von beiden Seiten je 1 Min. goldgelb anbraten. Zuccini und Paprika ebenfalls kurz in Olivenöl, zusammen mit Knoblauchzehen und Rosmarinzweigen anbraten. Beiseite stellen.

Tomaten in 2-3 cm dicke Scheiben schneiden mit 1 El Öl in einer Pfanne kurz scharf anbraten, mit gehacktem Thymian, Salz, Pfeffer, Balsamicoessig und 1 Prise Zucker würzen. Die Flüssigkeit fast vollständig einkochen lassen.

Das Kuchenblech mit dem Backpapier auslegen und zunächst etwas Thymian, Rosmarin und die vorbereiteten Tomaten auf dem Backpapier verteilen. Anschließend mit dem vorbereiteten Gemüse belegen und farblich arrangieren und nach Geschmack mit Chili würzen.

Blätterteig auseinanderrollen und auf das Gemüse legen und an den Rändern etwas eindrücken, so dass es eine geschlossenen Teigschicht ergibt. Mit einem Messer mehrmals in den Teig einstechen und im heißen Ofen bei 200 Grad (Umluft 180 Grad) auf dem Rost im unteren Ofendrittel 30-40 Min. goldgelb backen.

Die Tarte auf ein Holzbrett stürzen und das Backpapier abziehen. Etwas abkühlen lassen, portionieren und vor dem Servieren Ziegenfrischkäse darüberzupfen oder mit Parmesan bestreuen und mit Basilikumblättern garnieren.

Oder nach dem das Backpapier abgezogen wurde leicht mit Parmesan bestreuen und auf Stufe 3 im oberer Einschub kurz gratinieren. So sieht das ganze etwas knuspriger aus.

 

 

 

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Fränkisches Schäufele

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Das Fränkische Schäufele ist ein Braten. Es stammt aus der Schweineschulter und wird komplett mit Knochen (Schulterblatt) und Fettschwarte zubereitet und serviert.

Das Fleisch ist knusprig braun und richtig angerichtet, wirft die Schwarte kleine Bläschen und wird knackig und rösch. Sie ist für den echten Kenner das berühmte Tüpfelchen auf dem i und muß beim Kauen richtig krachen.

Durch das lange Braten im Ofen wird das, von Haus aus magere und sehnenarme Schulterfleisch butterweich. Der Knochen verleiht der Kost nicht nur ein uriges Aussehen, sondern auch eine besondere Würze. Vom Knochen stammt übrigens auch der Name der Frankenmahlzeit, denn er sieht aus wie eine kleine Schaufel.

Beim fertig durchgebratenen Schäufele sollte sich das Fleisch leicht vom Knochen lösen lassen. Als Beilage wird zum Fränkischen Schäufele ein oder mehrere Kartoffelklöße gereicht. Quelle: Freunde des Fränkischen Schäufele n.n.e.V., Nürnberg

Zutaten für 4 Personen

1,5 kg Schweineschulter (mit Knochen und Schwarte)
ca. 1 Liter Wasser
ca. 250 ml Fleischbrühe
1-2 Zwiebeln
1 halbe Stange Lauch
1 Lorbeerblatt
1-2 Karotten
1 kleines Stück Knollensellerie
Kümmel nach Geschmack
Salz, Pfeffer,
1 EL Tomatenmark
Butterschmalz zum Anbraten
Dunkles Bier zum Bestreichen

Zubereitung

Schäufele ca. 1 Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen, gründlich waschen und trocken tupfen. Mit Salz, Pfeffer würzen. Im auf 200 Grad vorgeheizten (Ober-/Unterhitze) Backofen das Fleisch in einem Bräter mit etwas Butterschmalz oder Schweineschmalz von allen Seiten – außer der Schwarte – gründlich anbraten.  Fleisch aus dem Bräter nehmen und kurz zur Seite stellen.

Zwiebeln und Karotten in große Stücke schneiden und im Bräter mit dem Bratenfett anbräunen. Tomatenmark hinzugeben und kurz schmoren lassen. Mit dem Wasser und Fleischbrühe ablöschen, das Fleisch mit der Schwarte nach unten in den Topf geben und den Braten auf die untere Schiene in den Backofen geben. Temperatur auf 160 Grad herunterschalten. Nur so viel mit Flüssigkeit auffüllen, dass die Schwarte gerade bedeckt ist. Kümmel auf das Schäufele streuen. Bräter nicht abdecken!

Nach 1 Stunde den Braten aus dem Bräter nehmen und die Schwarte mit einem scharfen Messer in ca. 1 cm Abständen rautenförmig einschneiden und mit Schwarte nach oben in den Bräter zurücklegen.

Das Schäufele wird nun insgesamt etwa 3 Stunden bei 160 Grad gebraten. Immer wieder verdampfte Flüssigkeit nachgießen. Mit dem Bratensaft übergießen. Eine halbe Stunde vor dem Ende der Garzeit die Kruste in regelmäßigen Abständen mit dem dunklen Bier bepinseln. Das Schäufele ist servierfertig, wenn sich das Fleisch locker vom Knochen löst.

Zum Schluss die Sauce durch ein Sieb passieren und evtl. mit Salz und Pfeffer abschmecken. Als Beilage zum fränkischen Schäufele passen Kartoffelklöße und ein Salat.

 

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Arme Ritter mit Pflaumenkompott

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Björn Freitag hat diesen Klassiker in seiner WDR Kochsendung „einfach & köstlich“ wunderbar abgewandelt, so dass es sich auch als leichtes Dessert eignet. Ich verfeinere es noch mit einer Kugel Vanilleeis.

Zutaten für 4 Personen

Für die Armen Ritter

8 Scheiben altbackenes Weißbrot
½ Liter Milch
3 EL Zucker
2 Eier
1 Prise
Salz
1 EL Butterschmalz
1 Kugel Vanilleeis

Für das Kompott

300 g Pflaumen
2 EL brauner Rum
3 EL Zucker
1 TL Zimt
Minze

Zubereitung

Die Pflaumen (frisch oder TK) entkernen und in einem Topf zusammen mit Zucker, Zimt und Rum für ca. 10 Minuten zu einem Kompott einkochen, ohne dass es zu Matsch wird.

Die Eier mit Milch, Zucker und einer Prise Salz verquirlen. Die Brotscheiben darin eintunken und in einer Pfanne mit Butterschmalz kross ausbacken. Kurz auf Küchenkrepp legen, um überschüssiges Fett aufzusaugen, dann die Armen Ritter mit dem Pflaumenkompott und dem Vanilleeis anrichten und mit Minze garnieren.

 

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Phở – Vietnamesische Suppe

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Phở (Aussprache etwa: „Fö“) ist eine traditionelle Suppe der vietnamesischen Küche. Man nimmt an, dass der Name Phở die vietnamesische Aussprache für das franz. Gericht Pot-au-feu ist (Wikipedia). Sie besteht aus einer kräftigen klaren Brühe, Reisnudeln und verschiedene Beilagen, wie Fleisch oder Fisch und Garnelen. Wichtige Beilagen sind Gemüse, wie Mungobohnenkeime, Karotten, Zuccini, Frühlingzwiebeln sowie Kräuter wie Lauchringe, Koriandergrün, Minze, Chili, vietnamesisches Basilikum. Je nachdem, was man zur Verfügung hat verändert den Geschmack der Suppe. Im folgenden wird eine Phở mit Entenbrust und Garnelen zubereitet.

Zutaten für 4 Personen

500 ml Hühnerbrühe oder Pho Suppenwürfel (im Asia Shop)
Erdnussöl zum Frittieren

Gewürze für die Brühe und Suppeneinlagen:

Ein paar Tropfen Fishsauce
1 Zitronengras, 1 Stengel zerquetschen
1 Karotte, in Stifte oder Scheiben, blanchiert
1-2 Frühlingszwiebeln, in Stifte geschnitten
1 kleine Zuccini, in Stifte geschnitten

Garnelen, TK, roh, entdarmt
Reisnudeln, dünn, Kochen nach Anweisung, mit kaltem Wasser stabilisieren
1 Entenbrust, frisch oder TK
1 EL Hoisin Sauce
Honig

Für die Marinade:
1 EL Ingwer, frisch, gehackt
1 Knoblauchzehe
1 EL Kurkuma
1 EL Fünf-Gewürz-Pulver
1 EL Sojasauce (hell oder dunkel)
1 EL Sake
1 Plastikbeutel

Zubereitung

Marinieren der Entenbrust

Die Entenbrust mit Küchentüchern trockentupfen. Anschließend die Haut rautenförmig einschneiden, ohne in das Fleisch zu schneiden. In einen Plastikbeutel (TK Beutel) die Entenbrust mit allen Marinadezutaten geben, den Beutel verschließen und mit den Händen durchwalken. Im Kühlschrank mindestens für 3-4 Stunden geben und ab und zu wenden, damit die Marinade gleichmässig in das Fleisch einwirkt.

Braten der Entenbrust

Die frische Entenbrust auf der Unterseite mit der Hoi Sin Sauce einreiben und in wenig Öl zunächst auf der Fettseite bei mittlerer Hitze ca. 4-5 Minuten braten. Laufend kontrollieren, damit die Haut nicht zu dunkel wird! Das Fleisch wenden und nochmals ca. 5 Minuten langsam braten. Danach in den auf 160 Grad (Ober/Unterhitze) oder Umluftgrillen ca. 20 Minuten braten. Am besten auf einen Rost legen, damit das Fleisch nicht nässt! Hinweis: Das Braten und Backen des Fleisches kann gut am Tag vorher gemacht werden. Der letzte Schritt (Frittieren), im Folgenden beschrieben, wird aber erst vor dem Servieren durchgeführt

Das Fleisch abkühlen lassen. Vor dem Servieren der Suppe die Entenbrust kurz z.B. in Erdnussöl frittieren, damit eine knusprige Kruste entsteht. Kurz beiseite stellen.

Herstellen der Brühe und Fertigstellen der Suppe

Die Hühnerbrühe bzw. mit den Phở Würfeln die Brühe herstellen. Mit einem Zitronengrasstengel köcheln lassen um die Brühe zu aromatisieren. Die gekochten Nudeln, das Gemüse und die Garnelen kurz erhitzen.

Die Entenbrustrust in dünne Scheiben schneiden und auf die fertige Suppe legen. Mit Frühlingszwiebeln und Kräutern garnieren.

 

 

 

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Zwetschgenkuchen à la Irmi

Zwetschgenkuchen_Irmi

Mengenangaben für eine kleine Springform. Backofen auf 200 Grad C (Ober/Unterhitze) vorheizen und Kuchen ca. 1 Stunde auf mittlerer Stufe backen.

ca. 1 kg Zwetschgen, entsteint und eingeschnitten.

Zutaten

Mürbteig

170 g Mehl
80g weiche Butter
80 g Zucker
1 Ei
1 Msp. abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
1 Tl Backpulver

Brösel
1 Tasse Weckmehl
1 Tasse Zucker
1 Tl Zimt
1 Prise Nelken
Abrieb einer halben Zitrone
1 Schuss Zwetschgenwasser
ca. 50 g Mandelsplitter
Butterflocken

Zubereitung

Für den Mürbeteigboden alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit der Hand, dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine gut verrühren. Die Springform mit Butter einfetten, den Teig gleichmäßig auf dem Boden verteilen und einen Rand mit den Fingern drücken. Dünn mit den Semmelbrösel bestreuen und die Zwetschgen kreisförmig auflegen.

Alle Zutaten für den Brösel gut vermengen und auf die Zwetschgen gleichmässig verteilen und mit den Mandelsplitter bestreuen. Schliesslich den Kuchen mit Butterflocken bedecken.

 

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Zwetschgencrumble

Dieser Kuchen zeichnet sich durch seine Saftigkeit aus, die noch durch die im Teig enthaltenen gehackten Mandeln unterstützt wird. Teig, Zwetschgen und deren Saft verbinden sich zu einer lockeren saftigen Masse, ohne aber matschig zu werden. Die  zerbröselten Amaretti geben dem Kuchen eine leicht knusprige Note. Sehr lecker das Rezept von Tim Mälzer.

pflaumenkuchen

 

Zutaten für 20 Stücke

1,3 kg Zwetschgen
150 g flüssige Butter
350 g Mehl
4 Tl Backpulver
Salz
100 g gehackte Mandeln
3 Eier
200 g Zucker
350 g Buttermilch
6 El brauner Zucker
1/2 Tl Zimtpulver
100 g Amaretti (Kleine italienische Makronen aus Eischnee, Zucker, gemahlenen Mandeln)

Zubereitung (ca. 25 Minuten + Backzeit)

  1. Zwetschgen entsteinen. Ein Backblech mit Butter fetten. Mehl, Backpulver, Zucker, Salz und Mandeln in einer großen Schüssel mischen. Eier, Buttermilch und Butter verrühren (oder mit einem Pürierstab durchmixen).
  2. Eiermischung nach und nach mit einem Kochlöffel unter die Mehlmischung rühren. Den Teig auf dem gefetteten Blech verteilen und mit den Zwetschgen belegen.
  3. Braunen Zucker mit Zimt mischen und über die Zwetschgen streuen. Im heißen Ofen bei 180 Grad (Umluft 160 Grad) auf der mittleren Schiene 40 – 45 Min. backen.
  4. Nach 25 Min. mit den zerbröselten Amaretti bestreuen.

Quelle: Aus der Sendung “Tim Mälzer kocht!” 3.10.2009, 15:30 Uhr, ARD

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Noilly Prat

Der Alleskönner für die feine Küche

Das Comeback des Noilly Prat: Fast war der Vermouth schon in Vergessenheit geraten. Bis Köche entdeckten, dass sich damit alles aufnorden lässt, was Raffinesse zeigen soll.

Von Pascal Morché

Foto-1aaHistorisch gesehen haftet Vermouth wirklich kein gutes Image an. Sein besonders süßer Wermut-Bruder, der Absinth, hat auf Künstler wie Paul Gauguin, Henri Toulouse-Lautrec, Oscar Wilde oder Charles Baudelaire nicht nur inspirierend, sondern auch delirierend gewirkt. Opfer übermäßigen Wermut-Genusses wurden von Edgar Degas gemalt und hängen nun als „L’absinthe“ im Pariser Musée d’Orsay. Vermouth war zunächst nur der Wein der Müßiggänger und Halbweltler, also jener Menschen, die zwar trinken wollten wie die feinen Leute, bei denen es dann aber doch nur zu einem gepanschten, mit Kräutern und Zucker versetzten Wein für arme Leute reichte. Inzwischen hat sich das geändert – und zwar gründlich.

Pur wird ein guter, trockener Vermouth, also ein Martini, Cinzano oder Noilly Prat, nur ausnahmsweise getrunken. Meistens dienen diese Wein-Aperitifs heute als wichtige Zutat für Cocktails oder Longdrinks wie Astoria oder Manhattan – besonders aber der Noilly Prat ist begehrter Bestandteil der gehobenen Küche geworden. So gibt es nach Meinung vieler Gourmets keine gute Bouillabaisse ohne den berühmten, aus Südfrankreich stammenden Vermouth. Wie kaum einer seiner Kollegen aus Italien trägt er das Aroma südlicher Kräuter und Pflanzen in sich. Er rundet einen Fisch- oder Geflügelfond ab, würzt mit seinem facettenreichen Geschmack Suppen, Saucen und Desserts und verleiht Meeresfrüchten eine feinwürzige Note. Ein Grund dafür, dass wahre Feinschmecker ihre Austern nicht mit dem schnöden, schnell bitteren Saft der Zitrone beträufeln, sondern lieber mit einigen Tropfen Noilly Prat. Mit diesem Südfranzosen lässt sich das feine Aroma von Pilzen unterstreichen oder aus einer schlichten Gemüsesuppe eine nuancenreiche Consommé zaubern. Auch Desserts mit Erdbeeren, Pfirsichen oder Zitrusfrüchten lockt Noilly Prat gekonnt aus der Reserve. Belege dafür gibt es genug von jenen Spitzenköchen, die beim Kochen nur zu gerne zur Noilly-Prat-Flasche greifen.

Einer der treuesten Anwender von Noilly Prat ist Dieter Müller. Der langjährige Dreisternekoch im Schlosshotel Lerbach und heutige Patron der Kochschule des Schlosshotels in Bergisch Gladbach sagt über seine Kochphilosophie: „Ich liebe das Spiel mit Aromen, und da gehört meine Liebe den Saucen. Sie sind die Visitenkarte eines jeden Kochs und geben dem Gericht seinen Charakter.“

Gerade bei der Komposition seiner Saucen kommt der südfranzösische Weißweinvermouth zum Zuge. Damit sich das Aroma in seiner ganzen Vielfalt präsentieren kann, verrät Dieter Müller einen Trick: „Noilly Prat immer gehörig reduzieren, also 300 Milliliter so lange im Topf köcheln lassen, bis nur noch fünfzig Milliliter übrigbleiben, das ist die beste Grundlage.“ Dabei dürfe die Hitze nicht zu hoch gewählt werden, und die Flüssigkeit müsse stets unterhalb des Siedepunkts simmern, bis die gewünschte Konsistenz erreicht sei. Einen Extra-Kick Geschmack erhalten Saucen auch, wenn der Bratensatz mit Noilly Prat abgelöscht wird. Ein Fischfilet lässt sich unkompliziert veredeln, wenn kurz vor dem Servieren ein paar Tropfen Noilly Prat darauf gegeben werden. Kurzum, die Variationsmöglichkeiten sind so vielseitig wie die Kreativität des Kochs.

Deshalb gehört dieser Vermouth selbst für die jüngeren Chefs inzwischen zu den täglich verwendeten Zutaten. Wenn beispielsweise der Berliner Avantgardist Tim Raue mit höchster Geschmacksintensität auftrumpft, ist häufig Noilly Prat im Spiel. „In meiner Küche steht Aromatik im Mittelpunkt“, sagt der Sternekoch, den der Michelin für sein soeben eröffnetes Berliner Restaurant „MA Tim Raue“ sofort mit einem Stern geehrt hat. Und Zweisternekoch Hans Stefan Steinheuer pflichtet dem Kollegen bei: „Für einen Koch ist die Aromenvielfalt und Fülle an Einsatzmöglichkeiten von Noilly Prat eine Herausforderung.“ Der Vermouth zähle zu seinen Lieblingsprodukten und diene ihm gerne zur „Perfektionierung tiefgründiger Saucen“. In Steinheuers Restaurant in Bad Neuenahr-Heppingen wird am guten Tropfen nicht gespart. „Wenn Noilly Prat in einem Gericht spürbar zu schmecken sein soll, so reicht es nicht, nur einen Schuss in die Sauce zu geben. Bei einem dreigängigen Menü für acht Personen kann durchaus eine ganze Flasche verarbeitet werden“, sagt Steinheuer weniger tiefgründig.

Was ist dran an dieser Wunderingredienz der Gourmet-Küche – oder besser: Was genau ist drin in der grünen, leicht oval auslaufenden Vermouthflasche, deren Etikett die Namen ihrer Gründerväter Joseph Noilly und Claudius Prat trägt? Die Antwort lautet: zwei feinfruchtige Weißweine, jede Menge Kräuter, darunter Koriander, Tausendgüldenkraut und Muskat, viel Sonne, handwerkliches Können und eine gehörige Portion Traditionsbewusstsein. Verständlich: 1813 entwickelt Joseph Noilly den ersten trockenen Vermouth der Welt, den sein Sohn Louis und dessen deutscher Schwiegersohn Claudius Prat dreißig Jahre später unter dem Namen Noilly Prat vermarkten. Bis heute sind die Produktionsstätten und die Lagerhäuser in dem südfranzösischen Hafenstädtchen Marseillan, wo pro Jahr drei Millionen Flaschen Noilly Prat in Regie von Bacardi hergestellt werden, dieselben geblieben.

Geblieben ist auch die aufwendige Produktion: Viermal wird der Wein aus den beiden regionalen Rebsorten Picpoul und Clairette umgefüllt, bevor er nach zwei Jahren Marseillan als französische Vermouthspezialität verlässt. Zunächst reift er acht Monate lang in kühlen Kellern und Holzfässern aus kanadischer Eiche. Danach aber wird er auf dem Hof ein Jahr lang in 2000 kleinen Eichenfässern unter freiem Himmel den Launen des südfranzösischen Klimas ausgesetzt. Die Sommer sind heiß, die Winter kalt, es regnet selten, aber heftig. Das ist der ungewöhnliche, aber eben Noilly-Prat-typische Reifeprozess, durch den der Wein schneller oxidiert. War er anfangs noch klar und fruchtig, so wird er unter freiem Himmel bernsteinfarben mit einem kräftigen Bukett und körperreichem Geschmack. Nach diesem Jahr der Witterungsumschwünge fügt der Kellermeister dem Wein ein „Mistelle“ genanntes Gemisch aus Traubenmost und Alkohol hinzu und rundet den Geschmack des Wermutweins mit Destillaten aus Himbeeren und Zitronen ab. Der darauf folgende Herstellungsschritt aber bleibt bis heute Firmengeheimnis: Mehr als zwanzig sonnengetrocknete Kräuter und Gewürze aus aller Welt werden nach überliefertem Rezept gemischt, sackweise portioniert und dem jetzt in riesigen 2000-Liter-Fässern lagernden Noilly Prat beigegeben.

Diese Gewürzmischung wird drei Wochen lang jeden Tag mit einem langen Eisenstab im Wein verrührt. Schließlich wird dieser gefiltert, ruht erneut sechs Wochen, um endlich als fertiger und original französischer Vermouth das Unternehmen zu verlassen: ein Exportartikel für mehr als fünfzig Länder der Welt.

Dort erfreut Noilly Prat nicht nur Barkeeper und Sterneköche, sondern inzwischen vor allem auch jene vielen Hobby- und Alltagsköche, die einem Steak eine kleine Vermouth-Dusche gönnen, bevor sie es aus der Pfanne holen, oder die schnell Marinaden und Dips für Gemüse oder Salate zubereiten: einfach Noilly Prat zusammen mit frischen Kräutern wie Basilikum, Schnittlauch, Petersilie oder Kresse zu einer leichten Vinaigrette schlagen oder mit Sahne oder Crème double zu einem würzigen Dip rühren. Es gibt tatsächlich kaum etwas in der täglichen Kochkunst, was sich mittels Noilly Prat nicht noch ein ganz klein wenig verfeinern ließe. Denn, wie sagt auch Meisterkoch Dieter Müller: „Noilly Prat ist ein Alleskönner.“

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 04.01.2009, Nr. 1 / Seite 44

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Warenkunde Fische & Krustentiere

 

fischdatenbank Eine Übersicht über die in unseren Breiten gängigsten Speisefische, deren Frischemerkmale und Aufbewahrungshinweise. Ausnehmen und Filetieren die Zubereitung und Garmethoden sowie die Beschreibung wesentlicher Süß- und Salzwasserfische mit Bildern findet ihr unter diesen Links:

Hier Links zm Thema Fische & Krustentiere:

  • Die kleine Fischkunde: Octopus, Kalmar & Co.: gaultmillau.ch
  • Der WWF Fischratgeber mit vielen Infos und Bildern von Fischen von A-Z
  • Hier ein Lexikon über Fisch und Meeresfrüchte (Fischportraits) des Fisch-Informationszentrum (FIZ) e.V., Hamburg über die bedeutensten Fischarten für den deutschen Markt.
  • Fisch entschuppen, ausnehmen, filetieren Video von Sven Strenger
  • Auf der Seite Bretagne-Tipps sind neben vielen Infos über Essen & Trinken.
  • Wie heisst den dieser Fisch auf Deutsch ? Thomas Jermann, Meeresbiologe, Fotograf und Bretagne Kenner hat zwei praktische Helfer erstellt, die eine große Hilfe beim Lesen Menus in französischen Restaurants sind. Die auf seiner interessanten Webseite www.thomasjermann.ch enthaltenen beiden Lexikas kann man freundlicherweise hier downloaden:

 

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Sülze

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Eine gute Sülze mit Bratkartoffeln und einem Glas Bier gehört bei mir zu den Favoriten im Sommer. Im Bayerischen bekommt man diese „Delikatesse“ in jedem guten Wirtshaus. Leider wird sie aber häufig nicht mehr selbst hergestellt. Auch die Zutaten wurden dem Zeitgeist angepasst. So gibt es leider keine Schweinskopfsülze mehr. Ich finde mit Knöchle oder Haxe (Eisbein) kann man aber auch gute Ergebnisse erzielen. Ich verwende gepökelte Zutaten, da die rötliche Farbe gepökelten Fleisches leckerer aussieht und schmeckt als eine graue ungepökelte Sülze.

Zutaten

ca. 500 und 1000 g gepökelte Schweinsknöchle oder -haxe
Suppengrün
1 Lorbeerblatt
1 TL Thymian
Salz, Pfeffer,
1 EL Senfkörner
Streuwürze
Essigessenz
Gelatine für 500 ml Brühe
Pökelsalz sofern erforderlich
Feinkostbecher mit Deckel a 250g

Ergibt etwa 6 Feinkostbecher Sülze.

 

Zubereitung

Wenn man das Pökeln nicht dem Metzger überlassen will macht das selber, es ist super einfach. Die Schweinsknöchle oder -haxe mit Pökelsalz einreiben und in einer Schüssel ca. 3 Tage im Kühlschrank pökeln.

Die gepökelten Teile abwaschen, in einen Topf geben und mit kaltem Wasser bedecken. Nach dem Aufkochen mit einer Schaumkelle abschäumen. Ca. 2 Stunden köcheln lassen. Danach Gemüse und Gewürze dazugeben und eine weitere halbe bis 1 Stunde – je nach Weichegrad des Fleisches – köcheln lassen. Das Fleisch sollte noch etwas Biss haben, also nicht zerfallen. Fleisch aus dem Topf nehmen und abkühlen lassen und in kleine Scheiben/Stücke schneiden. Auch die Haut gehört in die Sülze. Je nach Geschmack kann man die Menge variieren. Je mehr Hautteile desto lockerer wird die Sülze. Die heisse Brühe ggf. entfetten, abschmecken, kräftig nachwürzen mit Streuwürze und Essigessenz säuern und mit weissem Gelatinepulver oder -blättern verrürren. Danach sollte etwa 700 ml fertige Sülzensud vorhanden sein.

Die Feinkostbecher mit den Fleischstücken zu ca. 3/4 befüllen und anschließend mit dem warmen Sülzensud auffüllen und leicht umrühren. Man kann natürlich auch in die Becher noch Garnitur (Eier, Gewürzgurken, Tomatenscheiben etc.) einlegen. Ich bevorzuge die pure Sülze und garniere vor dem Servieren den Teller.

Klassisch wird zu der Sülze eine Vinaigrette gereicht, sowie Majonaise oder Remoulade und natürlich Bratkartoffeln mit Zwiebeln oder nur ein Stück Brot.

 

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